Beeckerwerth.
Lage, Geschichte und Entwicklung des Stadtteils Beeckerwerth.

Über Beeckerwerth.
Beeckerwerth liegt rechtsrheinisch in einem Rheinbogen in Duisburg. Mit der linken Rheinseite ist der Stadtteil über die Autobahn A 42 verbunden. Der Name „Werth“ bedeutet „Insel“ oder „Halbinsel“ – Beeckerwerth ist also die „Beecker Insel“.
Bis ins Mittelalter war der Ort vollständig von Wasser umgeben: westlich und nordwestlich vom Rhein, östlich und nordöstlich von der Emscher und südlich von einem Nebenarm der Emscher, der Monnarde. Bis zum frühen Mittelalter lag der heutige Ort, zumindest in Teilen, noch auf der linken Seite des Rheins.
Haus Knipp und die Eingemeindung.
Die Herren von Beeck, das Adelsgeschlecht von Stecke, ließen sich im 13. Jahrhundert als Erste in Beeckerwerth nieder. Am Rhein errichteten sie ihr Gut Haus Knipp. Das befestigte Schloss wurde erstmals 1292 erwähnt und lag auf der Anhöhe einer kleinen Insel – einer Knypp.
Bis zu seiner Zerstörung durch Überflutungen im Jahr 1571 war Haus Knipp Sitz der Gerichtsbarkeit. 1620 wurde es weiter landeinwärts von Beeckerwerth neu errichtet. Die Gerichtsbarkeit zog später in das Kirchdorf Beeck, zu dessen Amt die Bauerschaft Beeckerwerth gehörte.
1809 wurde das Amt Beeck französisch und mit Holten zur Bürgermeisterei Holten zusammengefasst. 1886 wurde die Bürgermeisterei Beeck wieder selbständig. 1904 wurde Beeckerwerth zusammen mit Beeck und Laar nach Ruhrort eingemeindet. Am 1. Oktober 1905 wurde Beeckerwerth durch die Eingemeindung Ruhrorts ein Duisburger Stadtteil.
Industrie, Zeche und Wachstum.
Der Industrielle August Thyssen kaufte Anfang des 20. Jahrhunderts den Großteil des Beeckerwerther Grundeigentums auf, 1914 auch Haus Knipp und dessen Ländereien. Das Haus Knipp fiel 1939 der Rheindeicherhöhung zum Opfer. Die Haus-Knipp-Eisenbahnbrücke wurde 1912 erbaut, 1945 gesprengt und 1946 wieder aufgebaut. Sie führt rund zwei Kilometer nördlich des abgerissenen Hauses Knipp über den Rhein.
1916 begann man in Beeckerwerth mit dem Abteufen eines ersten Schachts zur Kohleförderung. Es entstanden Zechenkolonien, und die Bevölkerung wuchs rasch von etwas mehr als 100 auf über 4.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Die anwohnenden Bergleute gründeten 1925 den Sportverein SV Beeckerwerth.
Die höchste Einwohnerzahl hatte der Stadtteil Anfang der 1960er Jahre mit fast 7.500 Bewohnerinnen und Bewohnern. 1963 wurde die Zeche in Beeckerwerth geschlossen.